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Zelle in Alcatraz

Zellentrakt in Alcatraz

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Vermutlich kennen viele die Kampagne „Dont´drink too much“ oder „Kenn Dein Limit“.  Es sind beides Kampagnen des Staates. Unter der Adresse http://www.staygold.eu/ oder www.kenn-dein-limit.info sind sie zu erreichen. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmanns, ist Schirmherrin von staygold.eu, „kenn Dein Limit“ wird von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unterstützt.

Beide Kampagnen sind meiner Meinung nach schlecht und falsch. Warum? Ganz einfach: Die Wirkung von Alkohol auf das Verhalten von Menschen ist von den kulturellen Regeln und Normen einer Gesellschaft geleitet, und nicht von chemischen Reaktionen des Alkohols. In hohen Dosen beeinträchtigt Alkohol zwar unsere Reaktionszeiten, die Kontrolle über unsere Muskeln, das Koordinationsvermögen, das Kurzzeitgedächtnis, den tatsächlichen Wahrnehmungsbereich, die kognitiven Fähigkeiten sowie das Sprechvermögen aber nicht den Charakter und auch nicht die Kultur einer Gesellschaft.

In unserem Kulturkreis gilt Alkohol als Auslöser für Aggressivität, asozialem Verhalten und sexueller Enthemmung. Genau dieses Bild vermitteln beide Kampagnen. Dabei gibt es keinen erwiesenen Zusammenhang. Unter anderem mussten deswegen allgemeine Alkoholverbote zurückgenommen werden. In anderen Kulturkreisen gilt Alkohol überhaupt nicht als Verursacher solcher Verhaltensmuster, sondern ist ein ganz normaler integrierter Bestandteil wie Essen oder Kaffee.

In der Nationalen Strategie zur Drogen und Suchtpolitik steht: „Besonders wichtig ist Prävention bei Kindern und Jugendlichen“, ebenso „Das Trinken von Alkohol gehört für viele Menschen zum Konsumverhalten in unserem Kulturkreis.“

Wenn nun eine Kampagne auf dieser falschen Norm beruht und sie zum wesentlichen Bestandteil mache, wird sie zu einer selbst erfüllenden Prophezeiung. Wenn man jemanden fest davon überzeugt, dass man vom Alkohol aggressiv wird, dann wird er es nach dessen Konsum auch. Hierzu gibt es Studien mit Alkoholfreien Getränken, die den Probanden als Alkohol zum Trinken gegeben wurden.

Selbst im Spiegel konnte man neulich lesen: „Immer mehr Jugendliche halten Alkohol für guten Stimmungsmacher“, weiter „Im vergangenen Jahr hielten 81 Prozent der 18- bis 25-jährigen Männer und 67 Prozent der Frauen Alkohol für einen guten Stimmungsmacher.“

Manchmal hört man sogar von Straftaten die unter Alkoholeinwirkung durchgeführt wurde, weil man im Falle eines Falles mit einer niedrigeren Strafe rechnen könne. Es gibt dem hingegen Untersuchungen die zeigen, dass junge Leute, auch wenn sie betrunken sind, ihr Verhalten vollkommen unter Kontrolle haben, wenn man ihnen einen Anreiz dazu gibt – und sie sich dann so verhalten, wie wenn sie vollkommen nüchtern wären.

Erziehung zu einer vernünftigen Einstellung gegenüber Alkohol ist nicht erfolgreich, wenn junge Menschen Angst vor Alkohol haben und ihn deswegen vermeiden, weil er angeblich giftig und gefährlich ist, sondern wenn Alkoholkonsum uninteressant ist. Unsere Kultur sollte keine Angst vor Alkohol vermitteln und auch nicht falsche Wirkungen heraufbeschwören.

Und nun gönne ich mir einen Kaffee. Hoffentlich kommt niemand so schnell auf die Idee, dass Kaffee negative Auswirkungen auf das Verhalten von Menschen hat, denn neulich haben Wissenschaftler herausgefunden, dass Menschen etwas glauben, wenn es heißt, dass Wissenschaftler es herausgefunden haben.

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Einige Grünen-Politiker — z.B. Agnieszka Brugger MdB, Wahlkreis Ravensburg — haben eine Strafsteuer für Konfessionslose  gefordert. Es handelt sich um eine ähnliche Steuer, wie es sie in Italien gibt. (Hier der Link zum Beitrag)

Agnieszka Brugger

Interessant ist die Begründung: „Ist es sinnvoll zuzuschauen, dass viele Menschen wegen der Kirchensteuer aus unserer Kirche austreten? Wir meinen, es ist auch aus der Perspektive unserer Kirche richtig, einen Reformweg zu beschreiten, der sich am italienischen Vorbild einer ‘Kulturabgabe’ orientiert, welche alle Menschen an eine gemeinnützige Institution ihrer Wahl entrichten.”

Also ein Problem der Kirche soll damit gelöst werden, dass man alle Konfessionslosen mit einer Strafsteuer belegt. Hört sich schon sehr nach Gesinnungspolitik an. Interessant ist, warum dies nur bei der Kirche gelten sollte, könnte man so etwas nicht auch auf z.B. den ADAC oder den DfB ausweiten, vielleicht auch auf eine Mitgliedschaft bei den Grünen?

Oder noch besser, Eine Strafsteuer für Nicht-Autofahrer? Immerhin zahlen die weder KFZ-Steuer noch Mineralölsteuer!

Laut evangelischer Kirche ist dieser Vorschlag übrigens als verfassungswidrig einzustufen, „Aus deutscher Perspektive stellt die enge Verzahnung von Kirche und Staat, wie sie in Italien und Spanien praktiziert wird, eine verkappte Staatsfinanzierung dar. Dieses Modell widerspricht der deutschen Verfassung und ist mit Art. 140 GG nicht vereinbar.“

Die Initiatoren dieses Vorschlags haben damit ihre geistige und politische Unkenntnis unter Beweis gestellt.

Als kleinen Hinweis noch zu den Kirchenaustritten. Besonders viele Kirchenaustritte gab es, als im Jahr 2010 immer mehr Missbrauchsskandale an die Öffentlichkeit gerieten.

Die Forderung ist auch deshalb absurd, weil die gesparte Kirchensteuer versteuert werden muss. Durch die Zahlung von Kirchensteuern erhält der Staat also weniger Steuern. Die Kirche gibt weniger Geld für gemeinnützige Zwecke aus, als die Höhe der entgangenen Steuereinnahmen. Kirchenaustritte entlasten somit sogar die Allgemeinheit.

Update: 2,790 Milliarden Euro Steuermindereinnahmen hatte der deutsche Staat im Jahr 2010 aufgrund der Abzugsfähigkeit der Kirchensteuer. Quelle: Bundesfinanzministerium Seite 79 des Subventionsberichtes.

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