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Laut dem Buch Die Grünen: Höhenflug oder Absturz?
von Forsa-Chef Manfred Güllner, sind rund 50 Prozent der arbeitenden Parteimitglieder der Grünen im Öffentlichen Dienst angestellt, vorwiegend im Sozialbereich. Im bundesweiten Durchschnitt arbeiten 13 Prozent der Bevölkerung im Öffentlichen Dienst.

Grüne lieben Objekte der Fürsorge. Sie sind nicht nur oft Sozialarbeiter, sondern die grüne Bewegung hat sich die ganze Bevölkerung als Patienten genommen. An Fürsorgeobjekten können sie ihre Unentbehrlichkeit beweisen. Grüne meinen es gut. Und deshalb fällt es uns so schwer, etwas gegen sie einzuwenden. Grüne wollen doch helfen! Wir sollen gesund leben, alt werden und unser Leben genießen. Man wird auf Händen getragen und in Watte gepackt. Uns werden die Sorgen genommen.

Wer nichts hat, hat eine Sorge – wer viel hat, hat viele Sorgen

Die Zeit der unterdrückenden Staatsmacht scheint lange vorbei. Wir sind im Zeitalter der „Politik des Gehörtwerdens“ angekommen. Wir haben ein Rundum-sorglos-Paket. Von der Wiege bis zur Bahre umsorgt uns Vater Staat. Wir leben in einem Land mit einem Staatsanteil von über 50 Prozent. Risiken gibt es fast keine mehr, die Grünen schützen uns vor allem Bösen. Sei es vor dem Gläschen Wein, der Zigarette danach oder auch Pferdefleisch in der Lasagne. Wir sollen uns mäßigen um irgendwann gesund zu sterben.

Es ist schwer, Menschen und Institutionen mit guten Absichten zu widersprechen. Gleiches gilt für den Sozialstaat. Er verhindert, dass Hilfsbedürftige von Barmherzigkeit der anderen abhängig werden.
Deutschland, so liest und hört man, ist kein Land von Egoisten und Solidaritätsverweigerer. Die Deutschen spenden viel und gern und zahlen gerne Steuern. Erst kürzlich sagte Wolfgang Schäuble, dass die Höhe der Steuern für die Leistungen, die der Staat erbringt, als vollkommen gerecht empfunden wird. Kann es sein, dass sich hier eine Klientel selbst Arbeit organisiert, von der sie selbst
profitiert?

Eine Regierung, die alle an die Kette nimmt, nimmt allen die Freiheit

Ja, der Staat hat seine Menschen lieb. Er möchte sie mit sozialer Wärme überfluten. Will ihnen helfen. Fördert, statt zu fordern. Denn sind nicht alle irgendwie notleidend diskriminiert oder unterdrückt, wenigstens potenziell? Irgendwas findet sich doch immer! Vielen sehen sich gerne als Opfer der Umstände, müssten sie doch sonst zugeben, dass sie versagt haben.

Demokratie hat ein paar kleine Nachteile. Wenn es um die soziale Sache geht, sollte man als Politiker nie auf der falschen Seite stehen. Was wirklich sozial ist, ist dabei nachrangig. Politiker, die sich in einer Demokratie Wahlen stellen müssen, lieben Objekte der Fürsorge. Denn nur an ihnen können sie beweisen, wie unentbehrlich sie sind. Und so versprechen sie vor jeder Wahl Wohltaten aller Art.

Das Ergebnis ist ein ausufernder Sozialstaat, der nur noch am Rande tut, was er soll: den Hilfsbedürftigen helfen. Er produziert eine stetig wachsende Hilfsindustrie. Das Helfen ist ein wuchernder Erwerbszweig. Schon deshalb muss die Zahl der Hilfsbedürftigen immer größer werden. Berater, Psychologen, Sozialarbeiter.
Der Kollateralschaden, den der Fürsorgestaat damit anrichtet, ist nicht zu unterschätzen. Gewiss, Hilfe und Fürsorge tun hier und da not. Aber wem geholfen werden muss, der ist nicht auf Augenhöhe. Der ist abhängig. Wer von uns kann sich heute noch vorstellen ohne staatliche Leistungen klar zu kommen?

Auf Dauer Hilfsbedürftige sind bequemer als aufgeklärte, selbstdenkende Menschen die Verantwortung für sich und ihr Leben übernehmen. Abhängigkeit ist leichter zu ertragen als Konkurrenz. Deshalb zieht es der helfende Staat es vor, wenn seine „Klientel“ immer genau das bleibt: abhängig.

Wie geht man etwa mit Menschen um, deren Ehrgeiz den eines deutschen Durchschnittsarbeitnehmers übersteigt, der an sein bequemes soziales Netz gewöhnt ist und nicht daran denkt, mehr als die gesetzlich vorgeschriebenen Arbeitsstunden abzusitzen? Das sind asoziale Egoisten.

Die demonstrative Hilfsbereitschaft der Grünen verdeckt unter dem Mäntelchen der Moral oft etwas ganz Banales, nämlich die Angst vor der Konkurrenz durch vom Staat unabhängige Bürger. Ihr Vorwärtsstreben könnte an gehätschelte Besitzstände gehen.

Slave

Der Wohlfahrtstaat wird unterstützt von der Medienlust an den schlechten Nachrichten, fördert Ängstlichkeit und Anspruchsdenken. Er macht hilflos. Rund 36 Prozent der Journalisten steht politisch den Grünen nahe. Alltägliche Dinge muss die Regierung regeln, da wir alle Opfer der Umstände sind. Wer regelmäßig gebührenfinanzierte Nachrichten hört oder sieht, der weiß wovon ich spreche. Rund 8 Milliarden Euro Gebührengelder bekommt der Staatsfunk, wer beschränkend eingreifen möchte, der wird medial ins Abseits gedrängt.

Doch das ist bislang nur marginal in der öffentlichen Wahrnehmung vorhanden, im Wesentlichen treten die Grünen für Volksentscheide und Bürgerbeteiligung ein und ziehen daraus einen Teil ihrer Unterstützung. Solche grobschlächtigen Argumentationsmuster sind populistisch und treffen den aktuellen Zeitgeist, in dem keine Zeit für längeres Nachdenken oder tieferes philosophieren bleibt.
Medienmacher liebäugeln mit Ideologien, bei denen sie maßgeblich mitbestimmen. Die grünen Ideologie ist eine Art Religionsersatz: wenn man sich an einfache Regeln hält, wird alles gut. Anderenfalls droht die Sintflut. Die Lösung dringenderer Probleme tritt oftmals in den Hintergrund.

Die Dominanz grünen Denkens bringt einige Absurditäten mit sich. Man redet von einer „Politik des Gehörtwerdens“, bevormundet und gängelt aber bei jeder Gelegenheit.

Große Transformation

In der grünen Bewegung wird offen über die Notwendigkeit einer Ökodiktatur zur Abwendung der angeblich drohenden Apokalypse debattiert und Begriffe wie „große Transformation“ tauchen öfters auf, die einen unwillkürlich an Mao Tsé Tung erinnern. Er kürzlich hat der neue grüne Oberbürgermeister von Stuttgart, Fritz Kuhn, aus der Mao-Bibel zitiert und das Zitat dem SPD Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück mit auf den Weg gegeben. Manche alternden grünen Funktionäre erinnern sich offenbar an ihre autoritären sozialistischen Wurzeln. Der baden-württembergische Ministerpräsident und ex-Lehrer, Winfried Kretschmann, war Mitglied im Kommunistischen Bund Westdeutschlandd, wie auch einige andere Mitstreiter. Man stelle sich mal vor, ein CDU Oberbürgermeister hätte Ratschläge aus Hitler´s Mein Kampf erteilt.

Die Grünen vermochten es, in Zusammenarbeit mit Unterstützern aus Wissenschaft, Bildungswesen, Medien und Verwaltung, ihre Partikularinteressen als allgemeine Interessen der Gesellschaft darzustellen, obwohl sie oft nur eine Minorität der deutschen Bildungs- und Einkommenselite vertreten.

Brauchen wir wirklich Lehrer, Journalisten und Sozialarbeiter die uns vorschreiben wie wir zu leben haben? Womit haben wird es verdient wie hilfsbedürftige Kreaturen behandelt zu werden? Wie Kreaturen die nur dann das Richtige tun, wenn man sie moralisch erpresst?

In Amerika wurden die Sklaven angeblich umsorgt und gut versorgt, damit sie gesunde und zufriedene Arbeiter waren. Viele Schwarze waren angeblich sehr zufrieden. Heute arbeiten viele für die Rendite der Photovoltaikanlage des Lehrers, für das Salär des Sozialarbeiters, für die Oligarchen der Renten- und Krankenkassen, für das Finanzamt. Letztendlich für die Umverteiler, die von Umverteilung profitieren – moderne Sklavenhaltung.

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Mein Stammbaum, wie ich ihn Leonard E. Read erzählt habe

Ich bin ein Bleistift, ein gewöhnlicher, hölzerner Stift, wie ihn alle Jungen und Mädchen und Erwachsene kennen, die lesen und schreiben können. Schreiben ist sowohl meine Berufung als auch meine Berufung; das ist alles, was ich tue.

Du wunderst Dich vielleicht, warum ich einen „Stammbaum“ schreibe. Nun, zunächst ist meine Geschichte wohl interessant und außerdem bin ich ein Mysterium – ein größeres Mysterium noch als ein Baum oder das Abendrot oder sogar als ein Blitz. Aber traurigerweise werde ich als selbstverständlich von all denen angesehen, die mich benutzen, als ob ich ein bloße Begebenheit ohne Hintergrund wäre. Diese hochmütige Einstellung erniedrigt mich auf das Niveau des Gewöhnlichen. Das ist eine Art der gravierenden Fehler, mit der die Menschheit nicht lange ohne Niederlage existieren kann. Wie ein kluger Mann feststellte: „Wir vergehen, weil wir uns über nichts mehr wundern, nicht weil es uns an Wundern fehlte.“

Ich, der Bleistift, so simpel ich auch erscheinen mag, verdiene es von Dir bewundert und bestaunt zu werden, wofür ich gleich den Beweis antreten werde:

Tatsächlich, wenn Du mich verstehen kannst, – nein, das ist zu viel verlangt – wenn Du Dir das Wunderbare, das ich symbolisiere, bewusst machen kannst, kannst Du helfen, die Freiheit zu retten, die die Menschheit unglücklicherweise verliert. Ich habe eine entscheidende Einsicht zu vermitteln. Und ich kann diese Lehre besser mitteilen als ein Auto oder ein Geschirrspüler, weil – nun – weil ich scheinbar so einfach bin.

Einfach? Gleichwohl weiß doch nicht eine einzige Person auf dem Boden dieser Erde, wie ich hergestellt werde. Das hört sich fantastisch an, nicht wahr? Besonders wenn klar wird, dass ungefähr eineinhalb Milliarden meiner Art jedes Jahr in den USA hergestellt werden. Heb‘ mich hoch und guck‘ mich an! Was siehst Du? Nicht viel springt ins Auge – da gibt es ein wenig Holz, Lack, Gravur, Grafitblei, ein bisschen Metall und einen Radiergummi.

 

UNZÄHLIGE VORFAHREN

 

So wie auch Du Deinen Stammbaum nicht sehr weit zurückverfolgen kannst, so ist es auch mir unmöglich, alle meine Vorfahren zu benennen und meine ganze Vorgeschichte darzustellen. Aber ich möchte doch auf eine erhebliche Anzahl von ihnen hinweisen, um Dir den Reichtum meiner Abstammung eindrucksvoll vor Augen zu führen.

Mein Familienstammbaum beginnt tatsächlich mit einem echten Baum, einer Zeder von gerader Maserung, der in Nordkalifornien und Oregon wächst. Nun stell Dir all die Sägen und Lastwagen, Seile und zahllose andere Geräte vor, die beim Fällen und Abtransportieren dieser Stämme bis an die Eisenbahnlinie gebraucht werden.

Denk an all die Menschen und ihre zahllosen Fertigkeiten, die für die Fabrikation erforderlich sind: den Abbau des Eisenerzes, die Herstellung des Stahls und seine Weiterverarbeitung zu Sägen, Äxten, Motoren, den Anbau von Hanf und all seine Entwicklungsstufen bis hin zu schwerem und starkem Tau, die aus Holz errichteten Camps mit ihren Betten und Kantinen, das Kochen für alle und den Anbau all der Lebensmittel. Ja, unzählige, tausende Menschen hatten Hand angelegt bei jeder Tasse Kaffee, die die Holzfäller trinken! Die Baumstämme werden zu einem Sägewerk in San Leandro, Kalifornien, geschifft. Kannst Du Dir die Menschen vorstellen, die flache Fahrzeuge, Schienen und Eisenbahnen bauen und dazugehörige Kommunikationssysteme konstruieren und installieren? Solche Heerscharen sind unter meinen Vorfahren.

Denk auch an die Arbeit im Sägewerk von San Leandro. Die Baumstämme werden in kleine, bleistiftlange Stäbe mit dem Durchmesser von 0,6 cm geschnitten. Diese werden in der Trocknungsanlage getrocknet und dann leicht gefärbt aus demselben Grund, aus dem sich Menschen Rouge auf ihre Gesichter legen, denn die Leute möchten mich hübsch aussehend haben, nicht blass und weiß. Die Stäbe werden gewachst und nochmals getrocknet. Wie viel Können, Sachkunde und handwerkliches Können sind erforderlich für das Färben, Trocknen, das Bereitstellen der Hitze, des Lichtes, der Energie, der Förderbänder, Motoren und all der weiteren Dinge, die ein Werk benötigt! Ob Reinigungskräfte des Sägewerks unter meinen Vorfahren sind? Jawohl, das sind sie und nicht zu vergessen die Männer, die den Beton für den Damm des Wasserwerks der Pacific Gas & Electric Company gegossen haben, das die Energie bereitstellt!

Übersieh auch nicht die Ahnen, die weit entfernt waren und zu mir beitrugen, die den Transport von sechzig Wagenladungen Holzstäbe quer durch das Land bewerkstelligen. Dann einmal in der Bleistiftfabrik angekommen. Eine Fabrik im Wert von 4 Mio. Dollar, investiert in Maschinen und Gebäuden. Alles Kapital, das angehäuft wurde von meinen sparsamen Eltern. Dort bekommt jeder Stab 8 Rillen von einer komplizierten Maschine verpasst, nach der eine weitere Maschine das Blei in jeden zweiten Stab füllt, Klebstoff aufträgt und darauf einen zweiten Stab legt – sozusagen ein Blei-Sandwich daraus macht. Sieben meiner Brüder und ich werden von diesem sicher verfestigten Holzsandwich mechanisch geschnitzt.

Mein „Blei“ wiederum ist kompliziert und eigentlich überhaupt kein Blei. Das Graphit wird in Sri Lanka gefördert. Nun bedenke auch diese Bergbauarbeiter und diejenigen Handwerker, die all ihre vielen Werkzeuge herstellen, sowie die Hersteller der Papiersäcke, in denen der Graphit verschifft wird, die Bindfadenhersteller für das Verschnüren der Säcke und die Belader der Schiffe sowie die Schiffbauer. Auch die Leuchtturmwärter entlang der Route halfen bei meiner Geburt und ebenfalls die Hafenlotsen. Das Graphit wird mit Ton vom Mississippi gemischt, wobei Ammoniumhydroxit im Veredelungsprozess benutzt wird. Dann werden Stoffe hinzugefügt wie geschwefelter Kalk – tierische Fette, die mit Schwefelsäure chemisch reagieren. Nach der Bearbeitung mit zahlreichen Maschinen erscheint die Mixtur schließlich als endloser Strang und wird wie von einem Würstchenfleischwolf in entsprechende Länge geschnitten, dann getrocknet und mehrere Stunden bei 1.000°C gebacken. Um ihre Festigkeit und Glätte zu erhöhen, werden die „Bleie“ dann mit  einer heißen Mischung behandelt, die Candelilla-Wachs aus Mexiko, Paraffin und hydrierte natürliche Fette enthält. Mein Holz erhält sieben Lackschichten. Kennst Du alle Bestandteile des Lacks? Wer würde denken, dass die Anbauer von Rizinusbohnen und die Raffineure des Öls daran mitwirken? Aber das tun sie!

Nun, sogar die Prozesse, durch die der Lack seine schöne gelbe Farbe erhält, umfasst die Fähigkeiten und Handwerkskunst von mehr Menschen, als man wohl zählen könnte! Schau Dir meine Aufschrift! Es handelt sich um einen Film, der seine Form erhält, indem Ruß mit Harzen erhitzt und gemischt wird. Wie stellt man Harz eher, und was, bitte, ist Ruß?

Mein bisschen Metall – man nennt es die „Ferrule“ – ist aus Messing. Bedenke all die Menschen, die Zink und Kupfer abbauen und die, die mit ihrem Können glänzendes Messingblech aus diesen Naturprodukten machen.

Die schwarzen Ringe dort auf meiner Muffe sind schwarzes Nickel. Was ist schwarzes Nickel, und wie wird es aufgetragen? Die gesamte Geschichte, warum die Mitte meiner Muffe kein schwarzes Nickel enthält, würde seitenweise Erklärungen erfordern. Nun kommt meine krönende Glorie, im Handel abschätzig als „Rediergummie“ bezeichnet, das Teil also, das die Menschheit zum Ausradieren von Fehlern benutzt, die sie mit mir macht. Ein Bestandteil, der bisweilen auch „Factice“ heißt, ermöglicht das Radieren. Es handelt sich um ein gummiartiges Produkt, das durch Reaktion von Rapsöl aus dem Indonesien mit Schwefelchlorid entsteht. Gummi hingegen wird im Gegensatz zur landläufigen Meinung nur für bindende Zwecke verwendet. Dann sind da auch noch zahlreiche vulkanisierende Stoffe und Aggregate: Der Bimsstein kommt aus Italien, und das Pigment, das dem „Radiergummi“ die Farbe verleiht, ist Kadmiumsulfid.

 

NIEMAND WEISS ES

 

Möchte jetzt noch jemand meine frühere Behauptung in Frage stellen: Keine einzelne Person auf dieser Erde weiß, wie ich hergestellt werde? Es verhält sich in der Tat so, dass Millionen Menschlichen ihre Hand bei meiner Herstellung anlegen und ein jeder nur ganz wenige der anderen kennt. Nun, Du magst jetzt einwenden, ich ginge zu weit, wenn ich den Kaffeebohnenpflücker im fernen Brasilien und den Lebensmittelerzeuger andernorts mit meiner Erschaffung in Verbindung bringe. Aber ich stehe zu meiner Behauptung. Es gibt keinen einzigen Menschen unter all diesen Millionen von Menschen, auch nicht den Präsidenten der Bleistiftfirma, der mehr als ein winziges, unendlich kleines Teilchen Know-how beiträgt. Von diesem Standpunkt des Wissens ist der einzige Unterschied zwischen dem Bergbauarbeiter, der Graphit in Sri Lanka abbaut, und dem Holzfäller in Oregon die Art des Know-Hows. Weder der Kumpel noch der Holzfäller ist entbehrlicher als der Chemiker in der Fabrik oder der Arbeiter auf dem Ölfeld, weil Paraffin ein Nebenprodukt von Mineralöl ist.

Hier zeigt sich nun eine erstaunliche Tatsache: Weder der Arbeiter auf dem Ölfeld noch der Chemiker oder der Bergarbeiter, der Grafit fördert, weder der Mann, der den Ton absticht, noch diejenigen, die die Arbeit auf den Schiffen, Zügen oder Lastwagen verrichten oder diese Dinge herstellen, auch nicht derjenige, der die Maschine bedient, die mein Stückchen Metall dengelt und auch nicht der Geschäftsführer der Bleistiftfirma: keiner erledigt seine spezielle Aufgabe, weil er mich haben will. Jeder dieser Leute interessiert sich weniger für mich als vielleicht ein Kind im ersten Schuljahr. Tatsächlich haben von dieser enormen Menschenmenge manche noch nie einen Bleistift gesehen und wüssten ihn auch nicht zu benutzen. Ihre Motivation ist ganz anders als meine. Vielleicht ist ja so: Jeder von diesen Millionen Menschen begreift, dass er seine ganz kleine Fähigkeit und Fertigkeit im Austausch für die Waren und Dienste einsetzen kann, die er benötigt oder sich wünscht. Ich, der Bleistift, mag unter diesen Waren sein oder auch nicht.

 

KEIN „MASTERMIND“

 

Eine Tatsache aber ist noch erstaunlicher. Es gibt keine eine Führungspersönlichkeit, kein „Mastermind“, niemanden, der diese zahllosen Aktionen veranlasst oder straff leitet, die mich hervorbringen. Stattdessen finden wir die „Unsichtbare Hand“ am Werk. Das ist ein Mysterium, auf das ich schon vorher hinwies.

Es heißt: „Gott allein kann einen Baum erschaffen.“ Warum stimmen wir dem zu? Kommt es daher, dass wir erkennen, dass wir selbst keinen Baum schaffen können? Können wir denn einen Baum beschreiben? Nein, wir können es nicht, allenfalls in oberflächlicher Ausdrucksweise. Zum Beispiel können wir sagen, dass sich eine bestimmte Molekularstruktur zu einem Baum manifestiert. Aber welcher menschliche Geist könnte den dauernden Wandel der Moleküle in der Lebensspanne des Baumes erfassen, darstellen oder gar lenken? Solch eine Heldentat ist absolut undenkbar!

Ich, der Bleistift, bin eine komplexe Kombination von Wundern: ein Baum, Zink, Kupfer, Grafit usw. Aber zu diesen Wundern, die sich in der Natur offenbaren, kommt ein noch außerordentlicheres Wunder hinzu: der Aspekt menschlicher schöpferischer Energien – Millionen winziger Wissenselemente, Fähigkeiten, die sich natürlich und spontan als Antwort auf menschliche Bedürfnisse und Wünsche ergeben und das in Abwesenheit jeglicher menschlicher Führungspersönlichkeit!

Da nur Gott einen Baum erschaffen kann, bestehe ich darauf: Nur Gott erschafft auch mich. Ein Mensch ist nicht fähig, diese Millionen kleiner Wissensgebiete und Fertigkeiten zusammenzuführen, um mich ins Leben zu rufen, genauso wenig wie er die Moleküle zusammenfügen und einen Baum erschaffen könnte.

Diese schriftlichen Betrachtungen verdeutlichen meine anfängliche Behauptung, die Aussage einer entscheidenden Lehre: „Wenn Du Dir das Wundervolle, das ich verkörpere, bewusst machen kannst, kannst Du helfen, die Freiheit zu retten, die die Menschheit unglücklicherweise verliert“. Denn wenn man sich klar darüber wird, dass sich diese Fähigkeiten natürlich, ja automatisch zu kreativen und produktiven Mustern als Antworten auf menschliche Notwendigkeiten und Erfordernisse zusammenfügen, d. h. ohne Zutun staatlicher oder sonstiger zwingender Führung, dann besitzt man ein absolut wesentliches Merkmal der Freiheit: den Glauben an freie Menschen.

Freiheit ist unmöglich ohne dieses Vertrauen. Sobald eine Staat ein Monopol kreativer Aktivität hat, z. B. auf die Verteilung der Post, werden die meisten Menschen der Ansicht sein, die Post könne nicht effizient von frei handelnden Personen ausgeliefert werden. Und hier ist der Grund dafür: Jeder Einzelne sieht ein, dass er nicht alles weiß und tun kann, was mit der Auslieferung der Post zusammenhängt. Auch erkennt er, dass kein anderer einzelner Mensch das kann. Diese Annahmen sind korrekt. Kein Individuum besitzt genug Wissen und Fähigkeiten um die Postzustellung des ganzen Landes zu verrichten, genauso wie niemand ganz allein einen Bleistift herzustellen in der Lage ist. Nun, wenn kein Glaube an freie Menschen herrscht, kann der Einzelne nur zu dem irrigen Schluss gelangen, dass die Post nur unter staatlicher Führung ausgeliefert werden kann – in Unkenntnis, dass sich Millionen einzelner kleinster Fähigkeiten natürlich und auf wunderbare Weise zusammenfügen und in der Lage sind, diese Aufgabe gemeinsam sehr wohl zu meistern.

 

BEWEISE ZUHAUF

 

Selbst wenn ich, der Bleistift, das einzige Ding wäre, das Beweise antreten und Zeugnis ablegen könnte, was Männer und Frauen alles bewirken können, wenn sie es in Freiheit versuchen können, dann wäre es auch für Menschen mit ein wenig Zutrauen eine faire Angelegenheit. Jedoch gibt es Beweise zuhauf, sie umgeben uns und liegen auf jedermanns Hand. Postverteilung ist noch außergewöhnlich simpel im Vergleich z.B. zur Herstellung eines Automobils, eines Taschenrechners oder von Mähdreschern, einer Fräsmaschine oder tausend anderen Dingen. Wie es dabei mit dem Transport steht?

Wie kommt es, dass in Bereichen, wo Menschen frei ausprobieren können, menschliche Stimmen in weniger als einer Sekunde um die Welt transportiert werden. Eine Großereignis wird in bewegten Bildern gerade in dem Moment in jedes Haus geliefert, in dem sich geschehen; sie befördern 150 Passagiere in unter vier Stunden von Seattle nach Baltimore; Sie liefern Gas aus Texas in Küchenherd in New York zu unglaublich niedrigen Preisen und ohne jede Subventionen; sie liefern vier Pfund Öl vom persischen Golf zu unserer Ostküste – um die halbe Welt – für weniger Geld als die Regierung verlangt, einen knapp 30g schweren Brief auf die andere Straßenseite zu schaffen.

Die Lehre, die ich verbreite lautet: Lasst alle kreativen Energien unbehindert.

Organisiert die Gesellschaft nur insoweit, dass sie in Harmonie mit dieser Botschaft handelt. Die Rechtsordnung der Gesellschaft soll alle Hindernisse hierzu so gut wie möglich entfernen. Erlaubt diesen kreativen Fähigkeiten, sie frei zu entfalten.

Habt Vertrauen in freie Männer und Frauen, sie werden für die „Unsichtbare Hand“ empfänglich sein. Dieses Vertrauen wird bestätigt werden: Ich, der Bleistift, so scheinbar simpel ich auch bin, biete das Wunder meiner Erzeugung als einen praktisch anwendbaren Glaubensbeweis, so tatsächlich und klar wie die Sonne, der Regen, die Zeder oder die gute Erde selbst.

 
 

Dr. h.c, Leonard E. Read (September 26, 1898 – May 14, 1983) war ein Wirtschaftswissenschaftler und Gründer der Foundation for Economic Education. Das Original dieses Textes erschien 1958 in amerikanischem Englisch unter dem Titel „I, Pencil“.

Der Text wurde 2011 neu übersetzt, bearbeitet von Guido Bockamp, vom Deutschen Konsumentenbund e.V. herausgegeben und unter der der Creative Commons Lizenz CC:BY-SA. Veröffentlicht. Die Rechte am Originaltext in englischer Sprache liegen bei der Foundation for Economic Education.

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Immer mehr Politiker setzen auf Plebiszite. Die Masse ist leicht beeinflussbar, sie starrt auf den direkten Vorteil ohne die Konsequenzen, vor allem langfristige Konsequenzen, von Entscheidungen zu berücksichtigen. Ganz oft wird nur über eine Seite der Medaille entschieden, weil beispielsweise die Umsetzung eines Vorhabens komplett von der Finanzierung abgekoppelt ist.

Ein zentrales Anliegen der Piraten ist die Stärkung direkter Demokratie. Das Werkzeug hierfür nennt sich „Liquid Democracy“ und bedeutet so viel wie „zu jeder Zeit gezielt zu einzelnen Themen verbindlich Stellung beziehen zu können“. Die Positionierung soll von der Basis heranwachsen. Kein schlechter Plan, wenn man an die Anmaßung von Wissen denkt. Der Bürger soll unmittelbarer als bisher an der Politik beteiligt werden. Doch funktioniert dies wirklich so? Was wenn eine Mehrheit der Deutschen gegen unpopuläre Entscheidungen ist?

Die Mehrheit der Deutschen ist für ein Beschneidungsverbot. Die Mehrheit der Deutschen ist aktuell dafür, dass Griechenland den Euro-Raum verlassen muss. Die Mehrheit der Deutschen stimmte den Thesen von Thilo Sarrazin zu, und schon seit vielen Jahren gibt es eine Mehrheit für den sofortigen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan – trotz Verpflichtungen durch die Nato.

Foto: © takaji – fotolia.com

Würde sich in Deutschland immer der Mehrheitswille durchsetzen, sähe Deutschland anders aus, radikal anders. Wenn es in der SPD basisdemokratisch zugegangen wäre, hätte Kanzler Schröder die Agenda 2010 nicht umsetzen können. Deutschland könnte noch heute der „kranke Mann Europas“ sein. Die globalen Finanz-, Wirtschafts- und Staatsschuldenkrise könnte ganz andere Auswirkungen haben. Hätte Deutschland beispielsweise genauso wie Griechenland die Ausgaben zurückfahren müssen, hätte man in den letzten 3 Jahren 140 Milliarden Euro Staatsausgaben streichen sollen – unvorstellbar.

Laut Demoskopen ist die wahlentscheidende Gruppe der über 50-jährigen für eine Erhöhung von Renten, anstatt Investitionen im Bildungsbereich. Dort wären allerdings beträchtliche Investitionen nötig, wenn man den einzigen Rohstoff Deutschlands, die Bildung, erhalten und ausbauen möchte.

Was wäre, wenn sich in der deutschen Geschichte immer die Bevölkerungsmehrheit durchgesetzt hätte? Westbindung, Wiederbewaffnung, Nato-Beitritt, Ostpolitik. In vielen Fällen wurden die das Gemeinwesen prägenden Entscheidungen gegen den Volkswillen getroffen.

Die Lehre der repräsentativen Demokratie verdrängen allerdings auch immer mehr Politiker. Dabei zeichnet sich dieses System gerade durch eine gewisse Resistenz gegenüber politischen Launen und Schwankungen aus. Das ist eine seiner Stärken. Allerdings gibt es in Deutschland  zum Beispiel den Automatismus der stetigen Erhöhung der Transferleistungen. Er verwandelt den Sozialstaat in eine Kriegskasse zur Finanzierung parteipolitischer Wiederwahlkampagnen. Das ist phantasielos und teuer. Es tut not, den Sozialstaat endlich auf ein freiheitsrechtliches Fundament zu stellen. Und dazu gehören auch unpopuläre Entscheidungen, wie bei der Agenda 2010 oder aktuell in Portugal und Spanien. Alle Barrieren, die den Übertritt in Beschäftigungsverhältnisse erschweren, müssen angegangen werden. Auch wenn dies bedeutet Protektionismus für vorhandene Arbeitsplätze abzuschaffen.

Masse kann sich täuschen, Stimmungen sind beeinflussbar. Konsequenzausblendung, Gegenwartsfetischismus, kurzfristiges Profitstreben: Auch politisch gewählte Repräsentanten des Volkes sind vor solchen Faktoren nicht gefeit. Weil sich die Regierungen nur alle vier Jahre zur Wahl stellen müssen, können sie sich teilweise vom Aktualitäts- und Stimmungsdruck etwas von Wählerbestechung befreien und das ist auch gut so.

Es gibt viele Erkenntnisse der Verhaltensforschung die weit verbreitete Denkfehler aufzeigen. Wenn man etwas nicht versteht, dann geht man gerne in der Herde, das gibt ein gutes Gefühl – Schwarmintelligenz. Dazu kommt die gefährliche Autoritätsgläubigkeit. Wenn man sich anschaut, was die Regierungen so alles angekündigt haben, dann sollte man ihnen nicht mehr zuhören. Versprechungen lösen sich einfach in Luft auf. Es ist erschreckend zu sehen, wie wir immer wieder abfahren auf Versprechungen, die sich als falsch herausstellen. Nein, man soll deswegen nicht auf den Bauch hören. Aber auch nicht auf den Schwarm oder Politiker. Der aufgeklärte Bürger übernimmt selbst Verantwortung.

Ich bin ein Skeptiker. Skepsis ist immer angebracht. Seit es Zivilisation gibt, haben die Menschen immer irgendwelche Heilsversprechen geglaubt. Es gab immer jemanden, der sagte: so geht’s, so machen wir’s jetzt. Egal ob es ein Führer oder der Schwarm war, oft liegt beides nicht weit auseinander. Leider gibt es immer mehr davon, der Gürtel wird enger.

Wir haben zu viel Kollektiv, zu viel Schwarm, zu viel Demokratie und immer weniger Eigenverantwortung. Das Gegenteil ist einfach unpopulär.

Ich bleibe skeptisch.

 

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Die Piraten beanspruchen das Thema Transparenz für sich. Es ist die politische Grundlage ihrer Arbeit. Transparenz zählt mehr als Programme oder Persönlichkeiten. In der Regel sprechen Piraten immer von (Basis)Demokratie und Transparenz. Demokratie und Transparenz sind Begriffe, die gut klingen und positiv besetzt sind.

Wer Piraten kritisiert, bekommt meist zu hören, man habe sie nicht verstanden. Wer vorwirft, dass sie kein Programm haben, der hat anscheinend nur die Diskussionskultur nicht verstanden. Gerne werden Kritiker einfach als inkompetent abgetan.

Heute habe ich mir erlaubt nach der Transparenz bei den Piraten bei der Wahl von Torsten Albig zum Ministerpräsidenten in Schleswig-Holstein zu fragen. Als Antwort bekam ich von Uli König, Abgeordneter der Piraten und Fraktionsvorsitzender im Landtag von SH, folgendes als Antwort:

Mehr kam anschließend nicht mehr. Also schreibe ich hier noch ein wenig mehr zu den Piraten und Transparenz.

Woher kommt die Forderung nach Transparenz?

Mit der Forderung nach Transparenz bringt man zum Ausdruck, dass man den einzelnen Individuen nicht traut und Einzelentscheidungen in Frage stellt. Solche Verhaltensmuster kennen wir. Es wird immer das Kollektiv über das Individuum gestellt. Das Misstrauen der Piratenpartei in gesellschaftliches Handeln zeigt sich demonstrativ in der Forderung nach Transparenz. Piraten sind ein Spiegelbild enttäuschter Bürger über das Versagen des Politikbetriebs und des Misstrauens in Regierungen. Hinter der Freiheitsrhetorik der Piraten versteckt sich also ein deprimierendes Menschenbild, welches zentral vom tiefen Misstrauen in die Fähigkeiten des Individuums und die Entwicklungsfähigkeit der Gesellschaft geprägt ist.

Individuen sind gefährlich
Mit der Überbetonung der Transparenz fordert man in der Politik ein Klima, in dem man immer mehr im Privatleben von öffentlichen Personen herumstöbert, auf der Suche nach einem Detail, das ihre Arbeit diskreditiert. Ist das nicht widersprüchlich zum ebenfalls viel beschworenen Datenschutz und dem Schutz der Privatsphäre? Es entsteht eine Atmosphäre der Verdächtigung und Denunziation. Nein, ich will dabei gar keine Anspielung auf die Stasi machen, aber der Gedanke drängt sich einem leider auf.

Den Unglauben in menschliches, gesellschaftliches Handeln haben die Piraten nicht erfunden, sie teilen ihn mit einer Vielzahl von Bürgern. Gesellschaft wird heute nicht mehr als etwas gesehen, dass ein gemeinsames Interesse eint. In dem Bewusstsein der meisten ist Gesellschaft eine Ansammlung von Individuen, die jeweils ihre Einzelinteressen haben, die sie verfolgen – der so genannte homo oeconomicus. Alle Interessen sind unterschiedlich, alle wiegen gleich und dabei ist es egal, ob es sich nun um den Wunsch nach einem neuen Haarschnitt oder nach einem neuen Wirtschaftssystem handelt. In einer solchen Gesellschaft darf niemand für sich in Anspruch nehmen zu werten oder gar zu führen.

Atmosphäre des Misstrauens

Hinter der Piraten-Forderung nach Transparenz steht die Überzeugung, dass Menschen, wenn sie unbeaufsichtigt handeln, sich notwendigerweise nach ihren eigenen unmittelbaren Interessen richten. Deswegen müssen Politiker auf Schritt und Tritt kontrolliert werden. Entsprechend kann der Politiker idealerweise also nur Befehlsempfänger sein, der ferngesteuert Wähleraufträge erfüllt, bei den Piraten aus der „Liquid Democracy“. Dieser Anspruch führt aber keineswegs zu mehr Verantwortlichkeit, sondern zu Verantwortungslosigkeit. Wie soll ein Politiker für sein Handeln verantwortlich sein, wenn er nur tut, was ihm, wie einem Sklaven, vorgegeben wird? Ihr wisst alle, wie sich z.B. Sebastian Nerz, der Vorsitzende der Piraten, davor hütet auch nur eine klare Aussage zu machen. Einfacher kann Politik nicht sein. Und geistloser auch nicht. Wo kein Ziel ist, gibt es auch kein Scheitern. Es gibt also gar keinen Grund unglaubwürdig zu sein. Solche Aussagen kamen auch im Bundestagswahlkampf „Wo es kein Programm gibt, da machen wir uns nicht angreifbar.“ Eine Partei ohne Programm kann auch nicht unglaubwürdig sein.

Ein Problem?

In einer Gesellschaft, in der vom Individuum nicht viel erwartet wird, wird die ihm zugestandene Freiheit immer begrenzt sein. Wenn man davon ausgeht, dass der Einzelnen eher schadet als nutzt, muss das Augenmerk immer darauf gerichtet sein, die Möglichkeiten des Einzelnen zu regulieren und zu verwalten. Eine Freiheit für Menschen, die sich um ihre eigenes Leben kümmern ist unerwünscht. Freiheit ist demzufolge nicht das, was dem Menschen gelassen wird, sondern sie ist ein Privileg, das von der Politik zuerkannt wird. Der Staat zieht sich nicht aus dem Leben der Menschen zurück, er baut sich darüber auf. Er kümmert sich um die Menschen, weil sie ohne ihn nicht zurechtkämen.

Der eingeschlagene Weg der Piraten stimmt mich sehr skeptisch.

Bestimmt würden sich so etwas die meisten Mitglieder der Piraten nicht wünschen, dass es wieder eine politische Kraft in Deutschland gibt, die sich heraus nimmt zu bewerten, welche Arbeitskraft gebraucht wird, was gut ist und welche Meinungen nicht toleriert werden sollen.

Moral-Partei

Es ist sicherlich so, dass die meisten Piraten tatsächlich für Bürgerrechte einstehen wollen. Dazu muss man auch an Individuen glauben. Jegliche andere Perspektive befördert einen Staat, der sich immer tiefer in das Leben der Bürger einmischt. Der ihre Freiheitsansprüche regelt, ihnen Geld zuteilt und sie behütet. Erst gestern kam dazu ganz aktuell eine Forderung von „Mutti II“, Ursula von der Leyen, (Dienst-)Handys nach Feierabend zu verbieten.

Die Konsequenz der Politik wäre weniger Freiheit, nicht mehr. Die Piraten sind keine Freibeuter, sondern die neue Moral-Partei.

PS: Nicht alle Piraten finden Transparenz so wichtig, aber ob man so Wähler gewinnt ist eher fraglich.

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