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Wie ökologisch und sozial ist regionales Einkaufen?

In den letzten 50 Jahren hat der internationale Agrarhandel gewaltig zugenommen. Von 1960 bis 2008 steigerte sich das Volumen um 1400 Prozent. Die Wertsteigerung lag bei 3500 Prozent. Die Europäische Union ist der weltweit größte Nettoimporteuer der Welt.

Das rasche Wachstum des Weltagrarhandel hat uns Verbrauchern eine Fülle von Auswahlmöglichkeiten gegeben, die vor Jahrzehnten undenkbar waren.

Eine Quelle des Wohlstands in unserer Gesellschaft ist die gut funktionierende Marktwirtschaft. Konsumenten geben ihr Geld für Dinge aus, die sie haben wollen und Unternehmen aus dem In- und Ausland produzieren genau diesen Gütern, die sie verkaufen können. Wo Marktwirtschaft herrscht, da pendelt sich ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage ein.

Sollten wir der Umwelt zuliebe auf saisonale regionale Produkte beschränken?

Wenn jede Region der Welt die Güter produziert, die sie zu den relativ günstigsten Kosten produziert und dann den Verbrauchern zur Verfügung stellen kann, dann wir der Wohlstand der Welt so groß wie unter den gegebenen Umständen nur irgend möglich. Der Einsatz von Ressourcen zur Produktion von Nahrungsmittel wird so gering wie möglich gehalten. Diese Entwicklung des Welthandels ist also sozial und ökologisch.

Produktivität hängt im Agrarbereich wesentlich von den natürlichen Gegebenheiten ab. Ein weiter Grund sind die relativen Produktionskosten, zu denen ein Land Güter auf den Markt bringen kann, sprich der Verfügbarkeit von Arbeit, Kapital und Boden. Ein Land wird das exportieren, wofür es die besten Produktionsfaktoren hat und importieren was andere günstiger produzieren können. So werden die Potentiale wie gute Bildung oder gute klimatische Bedingungen am besten genutzt. Die Kosten für Umweltverschmutzung müssen natürlich berücksichtigt werden, z.B. Wasser darf nicht, als Allgemeingut, ohne Ausgleich verschmutzt werden.

Ein liberales internationales Agrarhandelssystem führt unter diesen Umständen zu einer effizienten Produktion und reglementiert den Ressourcenverbrauch.

Was ist mit Gütern die auch im eigenen Land produziert werden können?

Natürlich hört es sich gut an, wenn der Apfel aus der Region kommt oder man deutsche Bohnen anstatt ausländischer Lebensmittel kauft. Diese Logik greift aber nur, wenn man sich sehr einschränkt. Bereits die Transportwege innerhalb Deutschlands und die Lagerkosten, um Produkte mehr als nur 4 Wochen im Jahr verfügbar zu halten, übersteigen die Kosten und auch den Energieverbrauch von importierten Lebensmitteln. Sobald man die Ökobilanzen genauer unter die Lupe nimmt, fällt z.B. die Ökobilanz bei regionalen Äpfeln, die im Frühjahr in Supermärkten angeboten werden, schlechter aus, als bei Äpfeln aus den südlichen Ländern. Ein kenianischer Bauern benötigt kein beheiztes Gewächshaus um umweltfreundlich zu produzieren, es fällt lediglich der Transportweg mit dem Schiff an. Laut einer Untersuchung der Manchester Business School, die die 150 am stärksten nachgefragten Produkte untersucht haben, fällt die Umweltbilanz nationaler Lebensmittel, im Regelfall schlechter aus.

Die meisten Bio-Äpfel die in Deutschland im Jahr 2007 gekauft wurden stammen aus Plantagen aus Argentinien, China und Südafrika.

Auch zum Beispiel Lammfleisch aus Neuseeland kommt per Schiff an. In Neuseeland können Schafe das ganze Jahr über im freien weiden und werden nur zur Schlachtung zusammengetrieben. In Deutschland hingegen gibt es viele kleine Herden die während der kalten Jahreszeit in Ställen untergebracht werden müssen. Auch die mehrmaligen Transportwege und Futterbevorratung für den Winter dürfen nicht unterschätzt werden.

Fazit

Ein Verzicht auf ausländische Produkte würde nicht nur vielen Bauern im Ausland die Lebensgrundlage nehmen, sondern auch der weltweite Energie und Ressourcenverbauch würde nicht sinken, sondern steigen. Freier Welthandel ist nicht nur effizienter als nationale Abschottung, sondern auch sozial und ökologisch sinnvoll.

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